Artgerechte Igelfütterung

Unsere Westeuropäischen Igel oder auch Braunbrustigel sind ca. 24 bis 30 cm groß, wiegen 800 g bis 1500 g und werden bis zu sieben Jahre alt. Seit die ursprünglichen Feldfluren selten geworden sind, haben Igel neue Lebensräume erschlossen: Sie sind Kulturfolger und leben in Siedlungen mit Busch- und Heckenreichen Flächen, in Parks und naturnahen Gärten. Ideale Winterquartiere im Garten sind Haufen aus totem Holz, Reisig, Laub oder auch Hecken und Erdmulden.

Saisonzeiten:

Hauptfress-Saison für Igel ist der Sommer bis in den Herbst. Ab Ende September wird die natürliche Nahrung knapper. Altigel beginnen ihr Winternest zu bauen, Jungigel versuchen noch an Gewicht zuzulegen und sind teilweise noch tagsüber unterwegs.

Igel suchen bei anhaltenden Bodentemperaturen um 0° Grad ihr Winterquartier auf. Igelmännchen beginnen ihren Winterschlaf ab Oktober, im November irren oft noch Jungigel auf Futtersuche herum). Im Frühjahr haben die Igel nach ihrem Winterschlaf 20 bis 40% ihres Körpergewichts verloren.

Foto: Igelverein Stuttgart

Zuerst wachen Männchen auf; Weibchen schlafen bis in den April hinein, haben später mit dem Winterschlaf begonnen. Im Mai beginnt die Paarungszeit (insb. Juli/Anf. August) und die Ernährungslage in der Natur verbessert sich. Die Tragzeit dauert etwa 35 Tage. In der Regel werden ab Juni und insbesondere im August/September vier bis fünf Jungigel geboren. Die Igelkinder verlassen nach ca. dreieinhalb Wochen das Nest.

Wann sollte man Igel füttern?

Igel sollte man nur füttern, wenn Sie Hilfe benötigen. Unsere einheimischen Igel stehen unter Naturschutz. Sie sind keine Haustiere, benötigen aber in besonderen Fällen unsere Hilfe und Pflege. Hilfsbedürftig sind verwaiste Igelbabies und kranke Tiere z.B. tagsüber aufgefundene, herumirrende Igel, die nach der Mutter / Geschwistern suchen, apathisch wirkende Igel, oder wenn sie sich nicht mehr einrollen können, einen schwankenden Gang haben oder abgemagert sind (Hungerfalte hinter dem Kopf oder eingefallene Seiten) sowie äußerlich verletzte Igel. In diesen Fällen brauchen sie unsere Unterstützung, entweder durch Päppeln oder Aufnahme in menschliche Obhut. In Gefahr sind außerdem Jungigel, die im Herbst unter 500 g wiegen (siehe Beschreibung unten) oder bei Frost angetroffen werden. Im Garten kann man in nahrungsarmen Zeiten (Frühjahr und Herbst) unterstützend zufüttern; vorallem, da bei uns der Bestand an Insekten immer mehr zurückgeht.


Mindestgewicht Jungtiere / Anhaltspunkte:

Mitte September ca. 200g / Anfang Oktober ca. 300 g

Mitte Oktober ca. 400 g, Anfang Nov. 600 g

Mitte November ca. 750 g

Prinzipiell gilt: je nach Temperatur z.B. bei Bodenfrost oder mehreren Tagen unter 8 Grad benötigen Igel mindestens 700 g, um über den Winter zu kommen.

Artgerechte Nahrung:

Igel sind hauptsächlich Insektenfresser: insbesondere Käfer, Schmetterlingslarven, Regenwürmer, auch Ohrwürmer, Käferlarven und Spinnen. Auch fressen sie Schnecken, Mücken, Fliegen, Tausendfüssler oder auch Nestjunge Mäuse oder Maulwürfe. Insekten sind eiweißreich, fetthaltig und kohlenhydratarm.

Igel fressen naturgemäß sehr proteinhaltig (ca. 60 %). Bei einem Igelalleinfutter sollte der Rohproteinwert 30-50 %, der Rohfettwert 16-28 % sein, der Rohfasergehalt sollte 3 % nicht überschreiten. Katzen- und Hundenassfutter enthält in Regel mit 7,5 - 10% Rohprotein wesentlich weniger Eiweiß, als die natürliche Igelnahrung und ist deshalb für den Igel zu kalorienarm. Auch sind in Katzennassfutter oft Zucker und Gelatine enthalten, die dem Igel nicht gut tun. Sollten Sie dennoch Katzennassfutter füttern, dann achten Sie auf Protein- und Kohlenhydratwert.

Ein artgerechtes Igelfutter wie unser Spezial-Igelfutter besteht aus Fleisch, Ei und Insekten und ist angereichert mit Getreide, ein paar Beeren und Gemüse. Ergänzend kann man gegartes Hackfleisch und etwas ungesalzenes Rührei zufüttern.

Als weitere Möglichkeit bietet sich an, den Igeln während des Winterschlafs einen Napf mit Trockenfutter (Spezial-Igelfutter) bereitzustellen, für den Fall, dass die Tiere zwischendurch aktiv werden (können z.B. bei milden Temperaturen aufwachen). In diesem Fall wäre die Verwendung eines Trockenfutters aufgrund der besseren Haltbarkeit einem Feuchtfutter für Katzen bzw. selbst gekochten Rationen eher vorzuziehen.

Nicht vergessen bei der Igelfütterung: Wasser bereit stellen!

In enger Zusammenarbeit mit Igelstationen und auf dem Stand aktueller Erkenntnisse haben wir ein optimales Igelfutter entwickelt: